Graffiti-News Nr. 23, 11.6. - 13.6.2002

Neuigkeiten aus der Welt der Graffiti-Forschung

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neu: Graffiti-Museum Wien - www.graffitimuseum.at

 

13.6.2002

 

Graffiti und die Kultur des Widerstands:

Saul Len vom Frankfurter Graffiti-Archiv bemerkte einmal zur Variante der Politgraffiti, dass diese "das Medium derjenigen seien, die es nicht einmal zum Flugblatt bringen".

Über die Renaissance des alten österreichischen Symbols "05" berichteten wir bereits in einer der News-Ausgaben. Hier zwei andere Beispiele aus Wien, wie sie im Zusammenhang mit der FPÖ-ÖVP - Koalition in Fülle verbreitet wurden:

Rechts: mit Spraydose angefertigt, ...

... hier ein Bezug zum Bundeskanzler Dr. Schüssel, dessen Markenzeichen das "Mascherl" war, bevor er es gegen die Krawatte austauschte und so der Protestbewegung ein Identifikationssymbol entzog. 

 

 

'37': Vom Tag zum Piece - Graffiti von der Linie S45 in Wien, Dokumentationszeitraum Juni 2002. Ein Beispiel von einer anderen LINE finden sie auf: http://www.graffitieuropa.org/news/153.htm 

 

12.6.2002

 

Hörsaal-Graffito, Universität Wien, Juni 2002

 

 

Veranstaltungshinweis:

Hallo liebe Echo Freunde!

ECHO veranstaltet am 15. Juni 2002 (Einlass 14 Uhr, bis open-end) im WUK ein HipHop und Break-Dance Event.

Unser Ziel ist es, Jugendlichen einen Auftritt zu ermöglichen, sowie der HipHop und Break-Dance Szene ihre verdiente Bühne zu bieten.
Uns ist es gelungen, einige sehr bekannte Musiker und Tänzer dieser Szene einzuladen.  
Wichtige Programmpunkte dieses Events sind:

Dj- und Mc-Clinics
3 b-boy circles für free-battles
Diskussionsrunde mit KANAK ATTAK (D) und Insidern aus Österreich

Anschließendes Fest bis in die Morgenstunden!

Weitere Informationen findet Ihr im Internet unter http://www.echo.non.at/breakinrulez

Ganz toll würden wir es finden, wenn ihr uns auf der Veranstaltung besucht und viele Freunde mitbringt.

Wir hoffen euch am Samstag, dem 15. Juni im WUK zu treffen und verbleiben mit freundlichen Grüssen

Das ECHO-Team

 

 

Graffito aus der Wiener Universität. Alltagsphilosophisches.

Juni, 2002

 

 

RIO-Tag mit interessanter Symbolik:

Pfeilkreuz und Keltenkreuz vereint? Würde demnach auf Rechtslastigkeit hindeuten...

Wien-Hernals, Juni 2002

©Wiener Graffiti-Archiv

 

 

Sinnverändernde Hinzufügung  - Graffito aus der Wiener Universität.

Juni, 2002

Weiterentwicklungen 2004 finden sie in der Graffiti-News 100: 100.htm

 

 

Graffiti von einem Hörsaal-Tisch in der Wiener Universität.

©ifg, 2002

 

 

Herz-Style aus Wien, Juni 2002, wall of fame.

©Wiener Graffiti-Archiv

Message im oben wiedergegebenen Graffiti-Piece.

 

 

Graffiti und Symbolforschung:

Herz mit Sprung, zwei Hälften die nicht harmonieren. Es gibt aber auch gleich geartete Zeichnungen, in denen die Hälften sich ineinander fügen wie die zwei Hälften einer Münze.

 

 

Graffiti und Symbolforschung:

88 - Geheimcode für "Heil Hitler" - die 8 steht jeweils für den achten Buchstaben im Alphabet, das H. Die Ausführung ist meist eckiger, runenartiger und oft in Graffiti von Skins und Hools anzutreffen.

©Norbert Siegl, 2002

 

11.6.2002

 

Graffiti-Forschung intern:

Bei einer Kontrollrunde in den inneren Wiener Bezirken kam ich heute u.a, an jenem Institutsgebäude der Universität vorbei, aus dem das Material für bisher insgesamt vier Publikationen der graffiti-edition stammt.

Ich entdeckte das Gebäude 1990, als ich eine Erkundungsrunde durch sämtliche Wiener Universitäten machte - auf der Suche nach Material für meine Diplomarbeit in Psychologie. Die Anordnung der Klokabinen über einige Stockwerke hinweg und jeweils in gleicher Anzahl für Männer und Frauen vorhanden, erwies sich als großer Gewinn für die empirische Graffiti-Forschung, da mit methodischer Exaktheit einige Fragen (vorwiegend nach geschlechtstypischen Kommunikationsmustern) untersucht und geklärt werden konnten. Auch die Fülle an Material - 1990 ca. 2.200 Graffiti - war von großem Vorteil, da dadurch inferenzstatistische Verfahren angewendet und Signifikanzprüfungen durchgeführt werden konnten. Acht Jahre später gab ich die Info an Frau Monika Bauer weiter, die genau dieselben Orte nochmals untersuchte und Transkripte anfertigte. Sie kam auf eine noch höhere Anzahl an Material - ca. 3.500 Items - und hatte damit auch zusätzlich die Vergleichsmöglichkeit über die Zeit hinweg. 

Jedenfalls stammt aus diesem Gebäude das Grunddatenmaterial für zwei Diplomarbeiten in Psychologie. Heute musste ich bei einer kurzen Inspektion feststellen, dass sämtliche Graffiti inzwischen verschwunden sind. Die kahlen Wände deuten darauf hin, dass die große Reinigungsaktion erst vor kurzem erfolgt ist. Schade einerseits - andererseits wird sich dort etwas neues entwickeln und wenn die Graffiti-Kultur nicht grundlegend ständig gestört wird, kann man in einigen Jahren eine neue Sequenz für eine Untersuchung anfertigen. Jedenfalls sind die beiden Transkripte aus den Jahren 1991 und 1999 nunmehr historische Dokumente.

N.Siegl

 

 

Beispiel für die Aktualität von Graffiti:

Im Zusammenhang mit der momentan statfindenden Fussball-WM gibt es sehr viele Graffiti, die dieses Ereignis zum Inhalt haben. 

©ifg, Wien, 2002

 

 

Das KGB-Tag stellten wir bereits in der Graffiti-News Nr.21, am 8.6. vor. 

Hier zwei höher entwickelte Formen - throw ups: 

Beide Varianten bestehen aus einem Silber fill-in - oben mit einfacher roter, unten mit doppelter schwarzer outline.

©Norbert Siegl, Wien 2002

 

 

Heureka! (der bekannte Ausruf von Archimedes nach Entdeckung des hydrostatischen Grundgesetzes) 

Historisches Graffito aus dem 17ten Wiener Gemeindebezirk, seit etwa 1980 existent an einer inzwischen desolaten Hausfassade.

Das Tag unten kam irgendwann in den letzten Jahren dazu.

Dokumentationszeitraum: Juni, 2002

©ifg

 

 

ARCHIV der NEWS-Artikel:

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Zuletzt veröffentlichte Ausgabe (Graffiti-News Nr. 22): Graffiti News, 22/2002

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last update: 13.06.2002